BUNDjugend  

Workshop und Podiumsdiskussion zu Ökologie, Klimaschutz und Rechtsextremismus

Datum: 19.05.2019, 14–18 und 19–21 Uhr
Ort: Moritzhof, Magdeburg
Adresse: Moritzplatz 1, 39124 Magdeburg
Preis: 0 EUR

Am Sonntag vor den Europawahlen laden euch die Linksjugend Magdeburg, die BUNDjugend Sachsen-Anhalt und das Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt zu einem Tag voller Umweltpolitik ein: Mit unserem Workshop “Die extreme Rechte und der Umweltschutz” und der anschließenden Podiumsdiskussion “Fridays for Future und der Zorn der Anderen” bieten wir Aktiven, Neugierigen und Skeptischen in zwei Veranstaltungsformaten viele Informationen und Raum zur Meinungsäußerung und -bildung.

Der Workshop “Eine Nation ohne Natur ist eine hoffnungslose Nation.” Die extreme Rechte und der Umweltschutz findet von 14 bis 18 Uhr statt und richtet sich vor allem an junge Menschen mit (ersten) Berührungen zur Klimaschutzbewegung. Er wird von Pascal Begrich, Historiker und Geschäftsführer von Miteinander e.V., geleitet.

Rechtsextremismus und Ökologie? Angesichts aktueller rechtspopulistischer Kampagnen gegen Klimaschutz und alternative Energien ein scheinbarer Widerspruch. Doch nicht erst die “Identitären” – von ihnen stammt das Zitat im Titel – haben die ökologische Frage für sich entdeckt. Von jeher widmen sich Akteur*innen der extremen Rechten dem Thema Umweltschutz: als Heimatschutz. Der Workshop beleuchtet ideologische und historische Hintergründe für die rechte Befassung mit dem Naturschutz. Im Anschluss werden Ansätze für die Auseinandersetzung mit der rechtsextremen Indienstnahme des Themas diskutiert.

Im Anschluss findet von 19 bis 21 Uhr die Podiumsdiskussion “Fridays for Future und der Zorn der Anderen.” Über eine junge Klima-Bewegung, ihre Potentiale und den Hass der politischen Rechten statt. Auf der Bühne erwarten uns Johan Schneidewind (Fridays for Future Magdeburg), Nicole Krökel (stellvertretende Vorsitzende des Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V.), Ernst Paul Dörfler (Ökologe, Umweltschützer, Autor und Aktiver bei Scientists4Future), Robert Fietzke (Lehrbeauftragter für Soziale Arbeit & Rechtsextremismus und Jugendbildungsreferent) sowie weiteren Gästen von Fridays for Future und Ende Gelände (angefragt) und die Moderatorin Rebekka Grotjohann (Landessprecherin der Linksjugend [‘solid] Sachsen-Anhalt).

Am 15. März 2019 demonstrierten weltweit über 1,5 Millionen zumeist sehr junge Menschen in über 100 Ländern für einen radikalen Wandel in der Klimapolitik. Es waren die größten Klimaproteste in der Menschheitsgeschichte. Die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die innerhalb kürzester Zeit selbst zur Ikone geworden ist, ins Leben gerufene Bewegung “fridays for future” sorgt seit Monaten für Furore. In Deutschland gibt es mittlerweile über 300 Ortsgruppen, die regelmäßige Demonstrationen und Aktionen organisieren und zum global climate march insgesamt über 300.000 Menschen mobilisieren konnten. Auch in Magdeburg konnte sich eine Gruppe etablieren.
Doch seit die Bewegung die Tagespolitik bestimmt, schlägt ihr auch viel Ablehnung entgegen, vor allem in Deutschland. Dabei ist die Diskussion rund um die Schulpflicht noch das Harmloseste. Rechtsextreme haben in den Protagonist*innen der Klimabewegung neue Hassfiguren gefunden, an denen sie sich tagtäglich in den Kommentarspalten der digitalen Welt abarbeiten, während Konservative die Bewegung und ihre Akteur*innen als religiös-verquaste Sekte verunglimpfen, wenn sie von “Klimareligiösen” und “Greta-Jüngern” sprechen. Und dies, obwohl sich inzwischen eine große Bewegung von Wissenschaftler*innen unter dem Motto “scientiest for future” angeschlossen hat, um der Bewegung fundierte Rückendeckung zu geben.
Das Spannungsverhältnis zwischen allgemeiner Begeisterung über eine aktive, sich politisierende und für die Zukunft engagierende Jugend auf der einen Seite und Domestizierungsversuchen, diese hätten kein Recht auf Streik, sollten stattdessen artig zur Schule gehen und die Politik lieber den “Profis” zu überlassen, birgt enorm viel Zündstoff.
Woran liegt es, dass sich das rechte politische Spektrum so massiv an den Schülerinnen und Schülern abarbeitet? Welche Gründe gibt es dafür, dass es nur selten um die inhaltliche Auseinandersetzung geht? Was unterscheidet den Diskurs in Deutschland von dem anderer Länder und welche Potentiale kann fridays for future über die Klimaproteste hinaus entfalten?

 

 

Die Doppelveranstaltung wird finanziell unterstützt vom Studierendenrat der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und den Fachschaftsräten der Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften und für Humanwissenschaften.