BUNDjugend  

soliRADisch

Du möchtest Dein eigenes Fahrrad reparieren können und nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Fahrradhändler hetzen? Oder du bist vielleicht einfach nicht in der Lage, ein Fahrrad zu kaufen – da du nur über beschränkte Mittel verfügst? Da wollen wir ansetzen und freuen uns auf alle, die Interesse daran haben!

Als mobiles Angebot wurde das Projekt mit rein ehrenamtlichem Engagement erfolgreich aufgebaut und selbstbestimmt und politisch unabhängig durchgeführt. Umfangreiche Spenden an Alträdern von soliRADisch eingesammelt und gemeinsam mit geflüchteten und sozial benachteiligten Menschen repariert, um sie dann an sie weiterzugeben.

Endlich haben wir es geschafft. SoliRADisch“ wird seit Juni 2017 von dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bis Mai 2019 aus Mitteln der Nationalen Klimaschutziniative gefördert. Die soliRADisch Selbsthilfewerkstatt findet ihr seit Juli 2017 im Öko-Zentrum und -Institut Magdeburg e.V. (ÖZIM) in der Harsdorferstraße 49. Dort kannst du täglich von 9 bis 14 Uhr Hilfe suchen oder anbieten. Wir werden regelmäßig neue Termine herausgeben und Stationen für soliRADisch mobil veröffentlichen.

Wie funktioniert das jetzt eigentlich? Unterwegs mit unserer mobilen Fahrradwerkstatt, einem alten Postfahrrad, bieten wir an verschiedenen Spots in Magdeburg den Service zum Reparieren eurer Fahrräder an, ebenso in unserer festen Werkstatt. Es ist zusätzlich ein großes Ziel des Projektes, die Mobilität von Geflüchteten in Magdeburg auszubauen. Denn viele können sich kein Fahrrad leisten, sind aber trotzdem auf ein kostengünstiges Fortbewegungsmittel angewiesen.

DIESER SERVICE IST KOSTENLOS. Deshalb seid soliRADisch und unterstützt uns – Spenden, egal welcher Art, sind immer gern gesehen.

Du möchtest bei uns aktiv werden oder weist einen schönen Ort, an dem wir mit unserem Reparaturfahrrad Halt machen können? Dann melde dich bei uns unter buju@bund-sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

Eckpunkte der Projektföderung:

Titel: NKI: soliRADisch – Selbsthilfewerkstatt in der Stadt Magdeburg

Laufzeit: 01.06.17-31.05.2019

Förderkennzeichen: 03KKW0047

Kooperationspartner/Akteure/Unterstützer: ÖZIM, Spielwagen e.V., Geflüchtetenunterkünfte, Ehrenamtliche, Beratungsstellen für Asylbewerber, Landeshauptstadt Magdeburg, Hochschule Magdeburg-Stendal, Otto-von Guericke Universität, Händler und Gewerbetreibende u.n.v.m.

Ziel: Unser Hauptziel ist der Aufbau und die Etablierung einer autarken Selbsthilfereparaturwerkstatt, die die Voraussetzung schafft nachhaltige, umweltschonende und kostengünstige Mobilität für JEDEN in der Stadt zu ermöglichen, der mit dem Fahrrad mobil sein möchte. Weitere Teilziele des Projekts sind mehrschichtig und erstrecken sich über den Umweltschutz im Weitesten Sinne bis hin zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Integration.

Inhalt: 

Unser Projekt setzt im Lebensbereich Konsum und Mobilität an. Angesichts der globalen Prozesse wie Klimawandel, Ressourcenverknappung und Migration, ist es uns ein Anliegen alte Bestände zu reaktivieren, statt durch einen Neukauf das zunehmende Konsumverlangen zu fördern. Viele BürgerInnen können sich finanziell weder Auto noch ein ÖVPN-Jahresticket leisten und sind auf das Fahrrad angewiesen. Häufig sind die technischen Kenntnisse, die finanziellen Möglichkeiten und die Eigeninitiativen zur Reparatur nur gering ausgeprägt. Wir möchten dies dauerhaft ändern, indem wir zeigen, wie einfach und günstig viele Verschleißerscheinungen am Fahrrad behoben und auch verhindert werden können. Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, die Lärm- und Luftbelastung in der Stadt zu verringern, den BürgerInnen neue Erkundungsmöglichkeiten der Stadt und der Umgebung zu offenbaren und ein persönlicheres und rücksichtsvolleres Miteinander im städtischen Alltag zu fördern. Wir verknüpfen auf praktische Weise Integration mit der Vermittlung von Fertigkeiten sowie Umweltschutz mit Mobilität. Das Medium Fahrrad bietet in diesem Fall eine hervorragende Grundlage, weil es eine breite Akzeptanz, gewaltiges Potential und eine allgemeine Nutzbarkeit hat. Denn Fahrrad fahren kann fast jeder.

Unsere mobile soliradisch Fahrradwerkstatt wurde seit Anfang 2015 von vier ehrenamtlichen Fahrradbegeisterten aufgebaut und betrieben. Alträder wurden gesammelt und repariert, um sie an geflüchtete und sozial benachteiligte Menschen zu spenden. In den letzten 1 ½ Jahren konnten so 500 Fahrräder repariert und gespendet werden, mit über 1000 Interessierten und Beteiligten. Auf Grund der enorm hohen Nachfrage (über 200 stehen auf unserer Warteliste) war eine Bewältigung des Andrangs unter den gegebenen Voraussetzungen insbesondere materiell, personell, finanziell und räumlich nicht mehr gegeben.

Das Projekt soliRADisch Selbsthilfewerkstatt soll wie soliRADisch – mobil selbstbestimmt, unabhängig und frei von kommerziellem Interesse sein, was die Einbeziehung bzw. Unterstützung lokaler Akteure erfordert.

Geplant ist daher eine feste Selbsthilfe – Fahrradwerkstatt zu etablieren, die eine feste Anlaufstelle für Alle mit erweiterten Öffnungszeiten bietet, ein professionelles Umfeld für Reparaturen gewährleistet, ein Lagerraum für alte, gespendete Räder und Ersatzteile schafft und auch bei Wind und Wetter genutzt werden kann und ein sozialen Treffpunkt in der Nachbarschaft bildet. Durch die Etablierung eines festen Standortes kann unser Projekt ausgebaut und verstetigt werden. Gleichzeitig wird Integration bzw. gesellschaftliches Miteinander ermöglicht, indem die Unterschiede (sozial, kulturell, ethnisch, religiös) jedes Einzelnen durch das praktische Handeln am und mit dem Fahrrad in den Hintergrund rücken.

Konkrete Aufgaben:

  • Eröffnung der soliRADisch Selbsthilfewerkstatt (Vorbereitung der Räumlichkeiten, Lager, etc.)
  • Koordinierung soliRADisch Werkstatt und Umsetzung der Öffnungszeiten (3x/ Woche) für alle interessierten Bürger mit oder ohne reparaturbedürftigem Fahrrad
  • Durchführung von solidarischen Selbsthilfetreffen (auch an unterschiedlichen Standorten in Magdeburg) in wöchentlichem Rhythmus für die Reparatur von gespendeten Fahrrädern
  • monatliche „Ein-“ Sammelaktionen für gespendete Fahrräder / Ersatzteile
  • fortwährende Öffentlichkeitsarbeit (Präsenz bei öffentlichen Veranstaltungen – soliRADisch mobil, Gestaltung von Aufstellern, Flyern, Roll-Up, social media, Akquise von Helfer*innen, Pflege von Netzwerken
  • Planung, Durchführung, Begleitung, Nachbereitung von Aktionstagen pädagogischer Zusatzangebote, wie z.B. Verkehrserziehung, Workshops, Fahrsicherheitstrainings, gemeinsamen Radausflügen

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